Authentische Ökumene erlebt
Stimmiger Eindruck bei Bayerischer Kurseelsorgertagung
Die Zusammenarbeit von Stadt, Kur und Tourismus Service und Kurseelsorgern erstaunte. „Davon können wir nur träumen.“ Viele der Teilnehmer kamen aus dem Süden Bayerns, nach dem Ausklang am Abend im Brauereisaal von Hubert Dinkel in Stublang bei fränkischem Buffet, Bier und Holzofenbrot war die Meinung einstimmig: Die Gastfreundschaft und der Service in Franken sind hervorragend. Michael Diller spielte im Hintergrund auf dem Akkordeon, und einige Paare legten einen Walzer aufs Parkett. Die Stimmung war gut, die Gespräche tiefgehend. Der Franziskanerpater Michael Hubatsch aus Füssen erinnerte sich an das noch in den 90-er Jahren sehr ländlich geprägte Staffelstein. Er war positiv überrascht von der enormen Entwicklung. „Die Basis hier ist gut, das Wachstum kontinuierlich, die Entwicklung findet mit den Menschen, die hier leben, statt.“ Er kennt auch andere Bäder, erzählt von Insolvenzen nach übertriebenen Investitionen.
Sein Vorgänger in Füssen war Pater Christoph Kreitmeir, der seit sieben Jahren im Kloster Vierzehnheiligen tätig ist und am Montag mit seinem Vortrag über Hoffnung mehrere Hundert Besucher in die Adam-Riese-Halle lockte. Auch das erstaunte die Theologen, dieses enorme Interesse an der Rede eines Franziskanerpaters.
Tagsüber gab es viel zu erleben, dazu teilten sich die Tagungsteilnehmer auf. Bei der Führung durch das Gesundheitszentrum informierte Gästeführerin Christine Liebl über die ältere und jüngere Geschichte der Stadt. Die reizvolle Kulturlandschaft lernten die Staffelbergwanderer kennen, sie genossen die grandiose Aussicht, auch wenn's richtig frisch war auf dem Plateau. November eben. Von der Kulturvielfalt berichteten die Besucher von Vierzehnheiligen. Und dass es auch in der Basilika bemerkenswerte ökumenische Angebote gibt, beispielsweise die „Oase des Trostes“ für Trauernde an diesem Freitag. Das Interesse an Kloster Banz war eher gering, umso größer die Überraschung der Teilnehmer, mit welch moderner Ausstattung die Hanns-Seidel-Stiftung hinter den Klostermauern aufwartet.
Pfarrer Gunther Drescher und Pastoralreferent Sebastian Friedlsperger sind aus Bad Griesbach angereist. Dort gibt es ein ökumenisches Zentrum, das von beiden Kirchen gemeinsam getragen wird. Im Wechsel gibt es katholische und evangelische Gottesdienste. Die Aussagen von Pfarrer Bautz in der Georgenkapelle haben Gunther Drescher lange beschäftigt. Dass bei katholischen Gottesdiensten den evangelischen Besuchern die Kommunion verwehrt ist, an diesem Punkt sei es um die Gastfreundschaft noch schlecht bestellt. „Dabei sind wir doch gar nicht so weit voneinander entfernt“, sinnierte er und bekräftigte den Vorsatz, etwas zu wagen, wenn er wieder daheim ist: „Es ist an der Zeit, Zeichen zusetzen.“
Der Niederbayer Friedlsperger, tätig als Kur- und Krankenhausseelsorger, schwärmte von der Freundlichkeit der Menschen in Bad Staffelstein, die er erfahren hat. Er war von der speziellen Atmosphäre in Franken beeindruckt. Die Fachwerkkulisse, die schönen Dörfer, das gute Essen und Trinken, all das sei die richtige Umgebung für einen erholsamen Urlaub.
In Marienbad, Franzensbad, Joachimsthal und weiteren grenznahen Orten in Tschechien ist Petr Chamrád tätig. Er hält seine Gottesdienste und weiteren Angebote immer zweisprachig, auf Tschechisch und Deutsch. Warum er bei den bayerischen Kurseelsorgern mitmacht? „Ich bin der Einzige in Tschechien mit diesem Aufgabengebiet und schaue mir darum hier etwas ab“, erklärt der engagierte Kämpfer für seinen Glauben, der es oft nicht einfach hat in dem atheistischen Umfeld seines Landes.
Pfarrer Helmuth Bautz und Pastoralreferent Josef Ellner waren früh immer die Ersten und abends die Letzten, wie sich das für gute Gastgeber gehört. Ihr Resumee: „Es hat sich gelohnt.“
Bericht Obermaintagblatt / Birgid Röder