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Erster Gottesdienst von Gemeindeassistentin Marie Kießling

Erster Gottesdienst Marie Kießling
Datum:
Veröffentlicht: 22.1.26
Von:
Gerd Klemenz

Einen besonderen Meilenstein auf ihrem beruflichen und persönlichen Glaubensweg hatte Marie Kießling kürzlich in der Pfarrkirche St. Kilian in Bad Staffelstein erlebt: Die 30-Jährige feierte dort ihre erste Wort-Gottes-Feier als angehende Gemeindereferentin. Für Kießling war es weit mehr als ein formaler Schritt in die Ausbildung – es war ein Moment, der ihre Berufung spürbar machte. Marie Kießling ist verheiratet und Mutter von drei Söhnen im Alter von drei, fünf und sechs Jahren. Aufgewachsen ist sie in Norddeutschland, wo ihr familiäres Umfeld nicht kirchlich geprägt war. Schon als Kind machte sie sich eigenständig auf die Suche nach Glauben und Gott und ließ sich im Alter von neun Jahren evangelisch-lutherisch taufen. Durch die Beziehung zu ihrem Mann, der katholisch sozialisiert ist, entschied sie sich später bewusst für die Konversion zur katholischen Kirche.

Der Wunsch, den Glauben an Gott und Jesus Christus weiterzugeben, wuchs mit den Jahren und wurde schließlich zur Berufung. Kießling studierte Religionspädagogik in Eichstätt und befindet sich seit September 2025 in der Ausbildung zur Gemeindereferentin. Geprägt wird ihr Weg von einem biblischen Leitwort aus dem ersten Petrusbrief: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt“ (1 Petr 3,15). „Ich möchte den Funken des Glaubens, der mich mein Leben lang begleitet und zu einer hellen Flamme geworden ist, an andere Menschen weitergeben – im Kindergarten, in der Grundschule, in der Firmvorbereitung und in der Gemeinde“, erklärte Kießling. Dazu gehöre für sie nicht nur, vom eigenen Glauben zu erzählen und Zeugnis zu geben, sondern auch zuzuhören und Menschen auf ihrem Weg zu begleiten. Diese Haltung findet sich bereits in der Pastoralkonstitution Gaudium et Spes des Zweiten Vatikanischen Konzils: „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi“ (GS 1).

Begleitet wird ihre Ausbildung vom leitenden Pfarrer Walter Ries und Gemeindereferent Matthias Beck. „Dafür bin ich sehr dankbar“, betonte Kießling. Die Familie lebt in Burgkunstadt, ihr Mann stehe voll hinter ihrer Entscheidung. „Als verheiratete Dreifach-Mama ist es nicht immer leicht, Familie und Arbeitszeiten zu vereinbaren“, sagte sie offen. Manchmal vermissen ihre Kinder sie, zugleich verstünden sie aber, wie wichtig ihr die Arbeit in der Gemeinde sei. Besonders freuen sie sich, wenn sie ihre Mutter im Gottesdienst erleben dürfen. „Ich denke, für sie wird es ganz normal sein, dass die Gemeinde zum Familienleben dazugehört.“

Auf ihren ersten Gottesdienst bereitete sich Kießling intensiv vor. Sie setzte sich ausführlich mit den Lesungen, dem Evangelium, den Tagesgebeten und dem Ablauf der Wort-Gottes-Feier auseinander, wählte passende Texte aus und fügte sie stimmig in die Liturgie ein. In den folgenden Tagen beschäftigte sie sich mit der Liedauswahl und sammelte erste Gedanken für ihre Predigt. Den ausgearbeiteten Ablauf schickte sie an ihren Ausbilder Matthias Beck, der ihr wertvolle Hinweise gab. Am Sonntag selbst begann der Tag mit letzten Notizen, dem Ausdrucken der Ablaufpläne und einer gemeinsamen Probe in der Kirche. Vor Beginn des Gottesdienstes wies Kießling Organisten, Ministranten und Lektorin ein. „Ich war sehr aufgeregt, aber das gehört zu diesem Beruf. Die Aufregung ist Ausdruck des Respekts vor der Aufgabe, Gott mit Würde und Verantwortung zu dienen“, sagte sie. Durch die gute Vorbereitung habe sie während des Gottesdienstes immer wieder Ruhe finden können.

In ihrer Predigt ging es darum, den Willen Gottes im Alltag zu erkennen und auch unliebsame Aufgaben anzunehmen. Besonders die Kinder wurden bewusst angesprochen und aktiv einbezogen, etwa beim Friedensgruß, den sie vom Altar aus in die Gemeinde trugen. „Ich wollte alle Generationen ansprechen – und das ist mir gelungen“, berichtete Kießling. Die Rückmeldungen aus der Gemeinde und von ihrem Ausbilder hatte sie sehr gefreut. Auch Gemeindereferent Matthias Beck zeigt sich zufrieden: „Marie ist eine sehr motivierte junge Religionspädagogin, die von Anfang an gut beobachten kann. Sie tritt nicht wie eine Praktikantin auf, sondern häufig schon wie eine fertig ausgebildete Gemeindereferentin.“ Besonders die souveräne Leitung des Gottesdienstes und die Koordination aller Mitwirkenden seien bemerkenswert gewesen. „Trotz der Aufregung hat sie den Gottesdienst ruhig und sicher gestaltet.“ Für Marie Kießling steht fest: „Es hat mir große Freude gemacht, diesen Gottesdienst vorzubereiten und zu leiten. Dabei habe ich gespürt, dass ich in diesem Beruf gut aufgehoben bin.“

Erster Gottesdienst Marie Kießling
Erster Gottesdienst Marie Kießling
Erster Gottesdienst Marie Kießling