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Friedensgebete in Bad Staffelstein

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Datum:
Veröffentlicht: 26.4.22
Von:
Matthias Beck
Nächstes Friedensgebet am 10.5.22 in der Dreieinigkeitskirche...
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Bad Staffelstein/Uetzing:

Schon vier Mal seit dem russischen Einmarsch in der Ukraine am 24. Februar, rief die evangelische und die katholische Kirchengemeinde in Bad Staffelstein gemeinsam auf, die Stimme im ökumenischen Friedensgebet zu erheben. Dieses findet im Wechsel in der katholische Pfarrkirche Sankt Kilian und der evangelischen Dreieinigkeitskirche in Staffelstein statt. Menschen leiden und sterben und keiner weiß, wie lange, wie weit und in welcher Form der Krieg sich noch ausbreiten wird. Diese Sorge und die Fürbitte für die betroffenen Menschen wird in der halbstündigen Andacht vor Gott gebracht.

Zu Beginn zündeten die evangelische Pfarrerin Sabine Schmid Hagen, der evangelische Pfarrer Matthias Hagen und der Gemeindereferent Matthias Beck in der Zeit die so dunkel ist, ein Licht für den Frieden an. „Gott ist unsere Zuversicht und Stärke und dennoch seit mehr als einem Monat beten und hoffen nicht nur wir, sondern Menschen auf der ganzen Welt. Seit mehr als einem Monat kommen wir zusammen und hören Gottes Verheißungen, seine Friedensworte und mit uns hören sie Menschen auf der ganzen Welt“, so die evangelische Pfarrerin Sabine Schmid-Hagen in ihrer Ansprache. „Laufen unsere Gebete ins Leere? Laufen die Worte der Heiligen Schrift ins Leere angesichts der Brutalität, mit der der russische Machthaber Wladimir Putin auf die Menschen seines Nachbarlandes einschlägt?“, fragte sie nun die Besucher in der Dreieinigkeitskirche. „Der Prophet Jesaja fordert uns auf, zu vertrauen und zu beharren. Denn, so lässt er Israel in einer der schwersten Krisen des Volkes ausrichten: Gottes Wort läuft niemals ins Leere.", so die Pfarrerin und trug das 55. Kapitel des Jesajabuches vor. Matthias Hagen unterstrich mit der musikalischen Gestaltung die Lieder und Texte. Nach dem letzten Lied lud Sabine Schmid-Hagen für den 26. April in die Dreieinigkeitskirche und den 3. Mai in die Pfarrkirche St. Kilian und , jeweils um 19 Uhr ein.

Weiterhin finden auch im April Friedensgebete in der Uetzinger Pfarrkirche St. Johannes der Täufer, zusammen mit der ökumenischen Initiative „ProChrist Lichtenfels“ und in der Ebensfelder Pfarrkirche Maria Verkündigung statt. „Bei uns in Uetzing sind auch Ukraine Kriegsflüchtlinge beim Friedensgebet anwesend“, erzählt die Wortgottesdienstleiterin Kerstin Weis, die zusammen mit Andrea Kerner und Roswitha Klemenz die Friedensgebete im „Land der Nüsse“ hält.

Beim letzten Friedensgebet in Uetzing erzählte sie eine Geschichte aus der Ukraine, die sie dieser Tage sehr berührt. „Es gibt ein Video, das im Internet kursiert. Darin wird eine alte Frau gezeigt, die schwer bewaffneten Soldaten entgegentritt, und sie auffordert ihr Land und ihre Landsleute in Frieden zu lassen. Die jungen, feindlichen Soldaten versuchen sie immer wieder friedlich zu überreden, sie passieren zu lassen“, erzählt Kerstin Weis. „Als die alte Frau erkennt, dass ihre Worte nichts bewegen können, und die Männer weiter vordringen werden, macht sie einen letzten Versuch sie aufzurütteln und zum Umkehren zu bewegen. Sie holt eine Handvoll Sonnenblumenkerne heraus und gibt sie den jungen Soldaten. Dabei sagt sie: „Wenn ihr unbedingt kämpfen wollt, dann steckt diese Samen in eure Hosentaschen, damit auf euren Gräbern zumindest Blumen blühen!“.

"Diese Geschichte zeigt die ganze grausame Situation in jedem Krieg“, fügt die Wortgottesdienstleiterin an. Der Mut dieser Frau, sich mit Blumensamen „bewaffnet“ gegen schwerbewaffnete Kämpfer zu stellen, ist bewundernswert. Die Geschichte hat die Dramatik einer so unnötigen Aggression ausgedrückt. Am Ende des Uetzinger Friedensgebets bekam jeder Besucher Sonnenblumenkerne für Hause.

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