Gemeinsame Maiandacht gefeiert

Es ist schon Tradition, daß sich die beiden Zweigvereine Kath. Frauenbund Bad Staffelstein und Altenbanz zu einer gemeinsamem Maiandacht am „Käppela“ versammeln. Das Thema der diesjährigen Maiandacht am Dienstag, 19. Mai, war "Maria, die Unbekannte".
Für viele Menschen gilt und galt Maria als Inbild der Hoffnung. Welche Hoffnung verbinden wir heute mit Maria? Wer war Maria, wer ist Maria für mich? Die Lauretanische Litanei aus dem 12. Jahrhundert preist Maria als Sitz der Weisheit. Das ist auch für Frauen des 21. Jahrhunderts eine starke, bestärkende Vorstellung. In der Christentumsgeschichte hat Maria allerdings für ganz andere Frauenbilder herhalten müssen. Eine Überbetonung von Demut und Gehorsam, die im Patriarchat ganz einseitig den Frauen zugewiesen wurde, sollte diese klein halten. Es gibt viele und auch gegensätzliche Marienbilder – Maria, die Herrscherin, die Himmelskönigin – oder ganz anders: Maria, die demütig Empfangende, die Hörende, auch die Leidende. 1000 Bilder, denken wir nur an die unzähligen Marienfiguren, Altaraufsätze, Gemälde, auf denen Maria abgebildet ist. Maria, die Mutter Jesu, gehört wohl zu den meist-„porträtierten“ Frauen der Kirchengeschichte, der Kunstgeschichte, vielleicht sogar der Menschheitsgeschichte. Trotzdem oder gerade deshalb wissen wir eher wenig über sie. Das biblische Zeugnis ist schmal. Die Sehnsucht und die Hoffnung, geborgen, angenommen zu sein, verbindet sich seit vielen, vielen Jahrhunderten mit der Gestalt der Maria.
Nach einer Lesung der Apostelgeschichte folgte eine kurze Auslegung. Auffallend häufig ist in der Apostelgeschichte ausdrücklich von den „Männern und Frauen“ die Rede. Das ist ungewöhnlich, fast ungehörig für die damalige Zeit. Wenn sich im Obergemach eines Jerusalemer Hauses also die Elf einfinden, zusammen mit den Frauen, der Mutter Jesu und seinen Brüdern, dann bildet sich hier Gemeinde ab, wie sie sein soll: Geschwisterliche Gemeinschaft von Männern und Frauen. Doch Maria ist viel mehr, und viele Frauen wissen und erfahren dies. Entscheidend ist jedoch unsere eigene freie und klare Besinnung auf Maria heute. Der Engel begrüßte Maria mit einem Friedensgruß. Wie sehr braucht die Welt diesem dem Mädchen aus Nazareth zugesagten Frieden? Wie sehr brauchen wir alle in unserem Leben die (er-)lösende Kraft inneren Friedens. Fangen wir bei uns selbst und den Menschen neben uns an.
Die Maiandacht wurde musikalisch begleitet von der Schola aus Altenbanz mit schönen Marienliedern. Im Anschluß an die Maiandacht war noch gemütliches Beisammensein im Haus Benedikt angesagt.