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Gott lässt uns mit unseren Sorgen und Hoffnungen nicht allein

Pfarrer Udo Zettelmeier
Datum:
Veröffentlicht: 9.12.24

Liebe Mitchristen im Seelsorgebereich „Gottesgarten“,

mit dem Advent hat ein neues Kirchenjahr begonnen. In den Sonntags-Evangelien wird uns vor allem Lukas begegnen: Ein Mann der Generation, die Jesus nicht mehr persönlich kennengelernt hatte. So wie wir. Der aber aus dem Glauben an diesen Jesus Christus Hoffnung schöpfte und in seinem Evangelium und in der Apostelgeschichte Hoffnung verbreitete.

Hoffnung, begründete Hoffnung, können auch wir haben. Trotz – oder gerade wenn wir krank oder sonst wie in Nöten sind. Erst Recht, wenn wir uns stark und noch zu vielem Guten fähig fühlen.

Jede menschliche Hoffnung braucht eine Grundlage. Sonst bleibt – oder wird – sie zum schönen aber realitätsfernen Traum. Weihnachten zeigt uns: Gott lässt uns mit unseren Sorgen und Hoffnungen nicht allein.

Im Kind in der Krippe kommt er selbst uns ganz menschlich nahe. Nicht machtpolitisch wie (einst und auch jetzt noch, jetzt wieder) die meisten Mächtigen dieser Erde. Er versteht und er teilt unsere Sehnsucht nach Frieden, von dem nicht nur in der 'Weihnachtsbotschaft die Rede ist. Auch wenn wir als Einzelne ohnmächtig erscheinen: Der Friede hängt ein Stück weit auch von uns ab.
Nicht nur „der in unserem eigenen Herzen“. Weihnachten und Frieden sind mut-machende Angebote, uns für mehr Frieden einzusetzen.

Jetzt schon, nicht erst im neuen Jahr 2025, das wie ein unbeschriebenes leeres Blatt vor uns liegt. Wir dürfen es füllen mit kreativen Gedanken, mit sehnsüchtigen Wünschen, mit unseren halbfertigen Taten (weil sie schon halb fertig sind!), mit unseren Tränen und mit unserem beherzten Wagen. Trotz der biblischen 10 Gebote: Gott schreibt uns nichts vor. Er ermutigt uns (und mutet uns zu), als selbständige Menschen und Christen unseren Lebensweg zu gehen. Und andere dabei mitzunehmen, sie zu begleiten, auf sie zuzugehen.

Zum Beispiel auf unseren neuen Leitenden Pfarrer Walter Ries, der nun schon einige Wochen im Amt, besser gesagt: bei uns und mit uns ist. Auf viele konnte er schon zu-gehen. Gehen auch wir auf ihn zu!

Und – vor allem – auf Gott. Dann werden wir gemeinsam den Glauben, ein Leben aus dem Glauben heraus, ein glaubwürdiges Leben und lebendigen Glauben erfahren.

Wir - nicht nur die neugewählten Mitglieder unserer Kirchenverwaltungen (ich danke den „Altgedienten“ und den „Neuen“), nicht nur die vielen Ehrenamtlichen in unseren Kirchengemeinden und Gruppen, nicht nur Eltern mit ihren Kindern, die Suchenden und die Fragenden:
Wir alle sind eingeladen, diesen Advent als ein Angebot persönlicher Vertiefung, das kommende Weihnachtsfest als eine Stärkung unserer Glaubenshoffnung und das neue Jahr als den Startschuss neuen bürgerlichen und christlichen Engagements zu betrachten.

Ich wünsche Ihnen und mir selbst den Mut zu diesem Aufbruch, der uns – und vielen durch uns – gut tut!

Ihr Udo Zettelmeier Pfarrer i. R.