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Herbstanfang

Drachen steigen - Herbst
Datum:
Veröffentlicht: 4.10.23
Mit dem Herbstanfang steht uns eine wunderschöne, farbenfrohe Jahreszeit bevor. Im Herbst wird es draußen wieder kühler und windiger. Das ist aber nicht nur schlecht.

Liebe Pfarrgemeinde,

mit dem Herbstanfang steht uns eine wunderschöne, farbenfrohe Jahreszeit bevor. Im Herbst wird es draußen wieder kühler und windiger. Das ist aber nicht nur schlecht.

Viele Kinder – und auch Erwachsene – freut das, denn der Herbst ist besonders gut geeignet, um Drachen steigen zu lassen.

Vielleicht erinnern Sie sich an ihre Kindheit, als Sie mit Ihren Eltern zum Drachen-steigen-lassen draußen waren. Oder an die Zeit, als Sie vielleicht mit Ihren eigenen Kindern oder Enkeln Drachen steigen ließen.

Doch das kann ganz schön anstrengend werden: Man muss gegen den Wind laufen, damit der Drache überhaupt fliegen kann! In der Luft kann er sich aber frei bewegen, sich seinen Weg wählen, fliegen, wohin er möchte oder wohin ihn der Wind treibt. Manchmal muss sogar noch mehr Leine gegeben werden. Wenn der Wind heftiger wird, muss man die Drachenschnur besonders fest in der Hand halten. Aber auf keinen Fall darf die Faust zu fest geschlossen werden, denn dann kann keine Schnur mehr abrollen. Und wenn der Wind nicht mehr richtig bläst – oder der Weg auf der Wiese nicht mehr reicht, dann holen wir die Drachenschnur wieder ein.

Als Kinder haben wir ganz fest auf diesen - auf unseren Drachen aufgepasst. So wie ein Kind den Papierdrachen sein Eigen nennt, so gehören wir Gott. Beim Propheten Jesaja lesen wir, dass Gott zu uns sagt: „Fürchte Dich nicht! Ich habe Dich beim Namen gerufen. Du gehörst mir.“ Bei unserer Taufe wurden diese Worte zu uns gesprochen. Wir brauchen keine Angst mehr zu haben, denn wir gehören Gott. Er kennt uns beim Namen, er sorgt für uns, er achtet auf uns.

Aber er lässt uns die Freiheit. Wir dürfen uns – beschützt von ihm – frei bewegen, so wie der Drache sich seinen Weg sucht. Gott hält uns mit seinen Händen fest, so wie das Kind die Drachenschnur. Und wenn uns der Wind besonders stark um die Nase weht, wenn es uns nicht gut geht, dann hält er erst recht zu uns. Aber er macht nie die Faust zu fest zu, wir haben immer genug Luft zum Atmen.

Wenn wir dabei sind, uns von ihm zu entfernen, dann lässt er das auch zu: er schenkt uns die Freiheit, er macht gleichsam die Drachenschnur länger. Wir brauchen keine Angst zu haben, dass die Drachenschnur – das ist unsere Verbindung zu Gott – reißt. Gott wird uns nicht loslassen und ins Leere fallen lassen. Ganz gewiss nicht! Auch dann nicht, wenn wir einmal müde sind und nicht mehr können. Dann wird er uns heimholen, aber nicht loslassen. Darauf dürfen wir fest vertrauen. Denn wen Gott einmal ergriffen hat, den lässt er nicht mehr los.

Diese Zusage nimmt uns alle Angst und schenkt uns große Hoffnung.

Ihr Gemeindereferent Matthias Beck