"Immerweider" mit dem fränkischen Songkünstler Wolfgang Buck


Die Veranstaltungsreihe „Im Schatten der Basilika“ entwickelt sich bereits nach kurzer Zeit zu einem Publikumsmagneten: Nach zwei stark besuchten Auftaktabenden war die jüngste Veranstaltung restlos ausverkauft. Bei sommerlichem Traumwetter gastierte der fränkische Liedermacher Wolfgang Buck am Donnerstag, 16. Juli, im Innenhof des Hauses Frankenthal in Vierzehnheiligen und begeisterte rund zwei Stunden lang mit seinem aktuellen Programm „Immerweider“.
Planungen für das kommende Jahr laufen bereits
Aufgrund der großen Nachfrage wurde die Sitzplatzkapazität kurzfristig auf 175 Plätze erweitert – dennoch reichte der Platz nicht aus, um allen Interessierten den Besuch zu ermöglichen. Stefan Klaus von den Bildungs- und Tagungshäusern Vierzehnheiligen zeigte sich erfreut über die positive Resonanz auf die neu ins Leben gerufene Reihe. Die Planungen für das kommende Jahr laufen bereits, konkrete Künstlernamen konnte er jedoch noch nicht nennen.
Wolfgang Buck selbst machte gleich zu Beginn deutlich, dass an ein Karriereende nicht zu denken ist. Abschiedstourneen, wie sie viele Kolleginnen und Kollegen ankündigen, seien nicht sein Stil. Vielmehr verspüre er nach wie vor große Freude daran, auf der Bühne zu stehen und sein Publikum zu unterhalten, zu berühren und zum Nachdenken anzuregen. Niemand wisse schließlich, wann der richtige Zeitpunkt für einen Abschied gekommen sei – bis dahin wolle er „immerweider“ auftreten. Sein Programm bot eine gelungene Mischung aus Humor, Poesie und feinsinniger Gesellschaftskritik.
Buck war viele Jahre in der Seelsorge tätig
Buck versteht es seit Jahrzehnten, alltägliche Beobachtungen in pointierte Texte zu verwandeln und dabei sowohl zum Lachen als auch zum Nachdenken anzuregen. Für oberflächliche Inhalte sei die Zeit zu wertvoll, betonte der Künstler. Gerade in einer Zeit, in der Angst und Verunsicherung geschürt würden, sei es wichtig, mit Gelassenheit und auch mit Humor darauf zu reagieren. Dass seine Lieder über reine Unterhaltung hinausgehen, ist auch in seinem Lebensweg begründet: Vierzehn Jahre lang war Buck als Seelsorger in der evangelischen Kirchengemeinde Trabelsdorf tätig. Die Doppelbelastung aus Pfarramt und Bühnenkarriere wurde ihm jedoch schließlich zu groß, sodass er sich vor rund 15 Jahren vollständig der Musik widmete – eine Entscheidung, die sich als prägend für die fränkische Liedermacherszene erwies.
Die vermeintlich gute alte Zeit
Inhaltlich spannte Buck an diesem Abend einen weiten Bogen. Er sprach über gesellschaftliche Entwicklungen und politische Unsicherheiten, griff aber ebenso humorvolle Alltagsthemen auf. So schilderte er etwa augenzwinkernd seine Erfahrungen beim Zahnarzt oder reflektierte im Lied „Frieher“ die verbreitete Sehnsucht nach einer vermeintlich besseren Vergangenheit. Dabei zeigte er, wie trügerisch diese Wahrnehmung sein kann: Geschichte wiederhole sich zwar nicht identisch, doch ihre Muster könnten jederzeit zurückkehren – ein Gedanke, der angesichts aktueller weltpolitischer Entwicklungen besondere Brisanz erhält. Ein weiterer Höhepunkt war Bucks humorvoller Blick auf die fränkische Mundart. In einem „Sprachkurs“ verdeutlichte er, wie effizient und zugleich charmant Dialekt sein kann. Während andere für eine Erklärung viele Worte benötigen, reiche im Fränkischen oft eine einzige Silbe – etwa ein schlichtes „Hä?“, um Unverständnis auszudrücken. Gleichzeitig thematisierte er die Unsicherheit vieler Franken im Umgang mit ihrer eigenen Sprache und plädierte dafür, diese selbstbewusst zu pflegen.
Am Ende des Abends belohnte das Publikum den Künstler mit langanhaltendem Applaus. Die Veranstaltung, zu der die Bildungs- und Tagungshäuser Vierzehnheiligen gemeinsam mit der Ökumenischen Kur- und Urlauberseelsorge Bad Staffelstein sowie der Katholischen Erwachsenenbildung Oberfranken Nord-West e. V. eingeladen hatten, wurde so zu einem stimmungsvollen Sommerabend – und zu einem eindrucksvollen Beleg dafür, wie lebendig Kultur „im Schatten der Basilika“ sein kann.
