Impuls am Osterdienstag

Gedanken zum Evangelium des Tages : Joh 20,11-18
Joh 20, 13: „Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat“
Der Satz gesprochen von Maria von Magdala bleibt hängen. Den Herrn wegnehmen. Das kann man eigentlich nicht. Man kann Menschen verbieten ihren Glauben zu praktizieren, man kann Menschen verbieten in die Gottesdienste zu gehen, aber man kann ihnen nicht ihren Herren ihren Glauben nehmen. Der Glaube der bleibt. Menschen können nur von sich aus ihren Glauben verlieren, aber niemand kann mir meinen Herrn, meinen Glauben an Gott klauen oder stehlen. Aber ein Gefühl, dass zur Zeit etwas weggenommen wird, dass man etwas nicht haben kann das besteht durchaus. Wenn man an Ostern oder auch an anderen Tagen nicht gemeinsam Gottesdienst feiern kann, wenn man den Glauben nicht mit anderen Menschen teilen kann, dann fühlt es sich schon nach einem Verlust an und die Sehnsucht dies endlich wieder zu können, sie wächst von Tag zu Tag.
In einer Situation der Krise wird auch unser Glaube auf die Probe gestellt, man stellt sich die Sinnfrage.Haben Sie uns den Herrn genommen oder hat Gott uns verlassen ? Die Frage nach Gott stellt sich in Krisenzeiten immer wieder. Bei Maria von Magdala hat Gott die Antwort selber geliefert, er gab sich zu erkennen. Aber heute können wir Gott nicht mehr einfach sehen und uns damit sicher sein, dass er da ist und dass er es schon richten wird, nein, aber er ist da sogar mitten unter uns. In der Solidarität, in der Solidarität mit unseren Mitmenschen, wenn Menschen für andere einkaufen, wenn Menschen Spenden sammeln, wenn Menschen auf Gehälter verzichten, ja wenn man aufeinander schaut sich gegenseitig hilft. Der Herr wurde uns nicht genommen, er ist da, anders als erwartet.