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Impuls am Osterdonnerstag

Impulsbild
Datum:
Veröffentlicht: 16.4.20
Von:
Daniel Wehrfritz

Osterdonnerstag

 

Tagesevangelium: Lk 24, 35-48 

 

„Sie erschraken und hatten große Angst....“(Lk 24,37)

 

Angst haben, sich erschrecken. Das sind Wörter die uns im Evangelium öfter begegnen. Die erste Reaktion die Menschen in der Begegnung mit ihrem Gott zeigen ist meistens Angst, denn sie sind es nicht gewohnt dem göttlichen oder einem göttlichen Wesen entgegenzutreten. Ebenso oft hören wir die Aufforderung: Fürchtet euch nicht, habt keine Angst, denn es ist der Gott, der euch schon seit Geburt begleitet.

Angst und Furcht dass sind Gefühle die viele Menschen gerade in dieser Zeit haben und gut kennen. Wie wird es weitergehen ? Wie steht es um meinen Beruf ? Wann kann ich wieder mein „normales“ Leben führen? Für viele Menschen ist die Angst, die Unsicherheit zur Zeit ein ständiger Begleiter. Es ist nicht allein die Angst um die eigene Zukunft, die viele Menschen umtreibt, sondern auch die Angst um die Angehörigen die vielleicht alleine sind und die man im Moment nicht sehen kann, nicht sehen soll.

Wohin mit dieser Angst ? Nun mit gutem Zureden allein wird diese existenzielle Angst nicht verschwunden sein. Aber vielleicht lässt sie sich lindern, wenn man über sie spricht, wenn man die Sorgen und Nöte, die man mit sich herumträgt in der Familie oder mit dem Partner, der Partnerin bespricht.

Viele Menschen aber sind zur Zeit allein mit ihrer Angst, sie haben niemanden mit dem sie darüber reden können oder reden wollen. Aber ihre Angst braucht ein Ventil, ein Ventil dass den Druck nimmt, dass einen wieder atmen lässt. Für gläubige Menschen kann Gott so ein Ventil sein. Er ist es auf den wir alles werfen können, ja den wir auch mal anschreien dürfen in unserer Angst in unserer Verzweiflung. Ängste lassen sich nicht einfach abstellen, aber ich muss und darf mich nicht von meiner Angst erdrücken lassen.

 

Ein Gebet gegen die Angst in diesen schwierigen Zeiten hat Pater Alfons Friedrich geschrieben:

 

Guter Gott,

ich fühle mich nicht wohl und habe immer wieder Angst. So viele Fragen schießen durch meinen Kopf. Wie geht es jetzt weiter? Bleibe ich gesund? Habe ich auch schon den Virus? Wie geht es den erkrankten Menschen bei uns und überall?

Mit all diesen Ängsten und Zweifeln komme ich zu Dir.
Du bist doch der liebe Gott seit meinen Kindertagen.
Ich schaue auf deinen Sohn am Kreuz, der all die Ängste und Nöte von uns Menschen selbst durchleben musste. Und ich sehe die vielen Kreuze in unseren Tagen, die Leid und Trauer bringen, die Hoffnung auf eine Zukunft zerstören.

Bist du der gute Gott, der auch jetzt zu mir steht?

Ich will glauben, dass Du mir nah bist in deiner Liebe.

Ich will vertrauen, dass Du treu bleibst in deiner Kraft der Nähe. Ich will hoffen, dass du mich erfüllst mit deiner Barmherzigkeit.

Guter Gott, gib uns deinen Geist der Solidarität und Stärke, der Hoffnung und Zuversicht. Lass uns erkennen, was jetzt wichtig ist und zählt.

Du bist der gute Gott, der uns befreit und begleitet! Lass uns in diesem Glauben die nächsten Schritte wagen. Amen

 

Quelle: https://mk-online.de/meldung/ein-gebet-zur-corona-krise.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=2c91d56e53bd9f979eb53e4735e6be09