Impuls am Ostermittwoch

Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr. (Lk24,31)
Da hast du mal wieder die Aufgabenstellung nicht richtig gelesen und deswegen einen Fehler gemacht“, so oder ähnlich hört man manche Eltern oder Lehrer reden, wenn sie mit ihren Kindern oder den Schülern über einen Test sprechen. Etwas nicht richtig lesen, nicht genau hinschauen, dass passiert so manchen Schülern es ist auch mir früher in der Schule immer mal wieder passiert, was sehr ärgerlich war,denn die ein oder andere Note hätte besser sein können, hätte man doch genauer hingeschaut.
In der Hektik des Alltags oder in der Drucksituation einer Prüfung passiert es schnell mal, dass man nicht genau liest, dass man nicht genau hinschaut und so manches, oft auch wichtiges, übersieht.
Denn wir sind es gewohnt uns schnell ein Urteil zu bilden, schnell auf Dinge zu reagieren, man muss dafür nur einen Blick in die Kommentarspalten auf den „sozialen“ Netzwerken werfen. Viel zu oft haben sich dort Menschen bereits eine Meinung aus der Überschrift einer Nachricht gebildet, ohne wirklich den Inhalt zu kennen. Sich befassen mit Texten und ihren Inhalten ist für viele zu mühselig geworden, dazu hat man keine Zeit und oft auch keine Lust. Genau hinschauen und genau hinhören wird immer seltener.
Die Jünger auf dem Emmausgang, scheinen es auch nicht so genau zu nehmen, zu sehr geht ihnen noch der Tod Jesu nahe, zu sehr sind sie mit sich selbst und den Ereignissen, die sie gesehen und erlebt haben beschäftigt. Erst als es Abend wurde und sie zur Ruhe kamen hatten sie die Zeit nochmal genau hinzusehen und „Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn, dann sahen sie ihn nicht mehr.“ (Lk 24,31)
Die Jünger beginnen damit das Geschehene zu reflektierenund man könnte sagen ihre Fehler zu analysieren: "Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss?" (LK24,33). Sie wussten nun, sie haben nicht nur nicht genau hingesehen, sie haben auch nicht genau hingehört. Sie waren zu sehrmit sich selbst beschäftigt.
In Zeiten wie diesen sind auch wir oft mit uns selbst beschäftigt, plötzlich haben wir Zeit über uns, über unser Leben nachzudenken, zu Ruhe zu kommen. Wir haben Zeit genau hinzuschauen, wo brauchen mich die anderen, genau hinzuhören, was möchte er/sie wirklich von mir. Vielleicht ist diese Zeit nötig, damit auch wir erkennen, was wirklich wichtig ist im Leben.