Kirche-trotz Corona
Impulse von Pfarrer i.R. Zettelmaier
4. Fasten-So A: Gott heilt unsere Blindheit.(Ich habe dazu meine eigene Kinder-Predigt im „Prediger und Katechet umgearbeitet)
zu folgenden Bibel-Texten: 2. Lesung = Eph 5,8-14; Ev = Joh 9,1-7 (also nur der Anfang des Sonntags-Ev‘s).
Als Kinder haben wir gerne „blinde Kuh“ gespielt.
Einer bekam die Augen zugebunden. So sollte er die anderen fangen.
Die sich nat über ihn lustig machten, sich anschlichen u neben ihn stellten.
Mit seinen hilf-losen Fang-Bewegungen griff er häufig ins Leere.
Bis sich jmd d sein Lachen verriet.
Oder die „blinde Kuh“ gespannt auf die Geräusche hörte, die die anderen machten.
u so mehr hörte als die zu Fangenden.
v einem Blinden hörten wir auch im heutigen Ev.
Allerdings war er nicht nur ein kurzes Spiel lang „blind“,
sd ein ganzes Leben lang, ja v Geburt an.
Er hatte nie die Blumen u die Bäume gesehen, nie die Menschen u die Tiere,
die Hindernisse u die schönen Dinge, die Farben u die Bewegungen.
An der Stimme hatte er erkannt, ob seine Eltern oder andere Menschen froh waren oder ärgerlich.
An den Schritten u an der Sprache konnte er Menschen von-einander unter-scheiden.
So war er aufmerksam geworden u horchte gespannt auf die Töne.
Er hörte heraus, dass dieser Mann, der ihn ansprach, dessen Name er aber nicht einmal kannte,
ein guter, ja ein gott-begnadeter Mensch sein musste.
„Ein Prophet ist er“, sagte er im Fort-Lauf des Ev’s den Pharisäern, die ihn verhörten.
Auch heute gibt es viele blinde Menschen.
Solche, die echt blind sind. Einige sogar v Geburt an. Die sind arm dran.
Aber sie sind meist fein-fühlig, hören jeden kl Unterschied, tasten sich zurecht.
Schwerer ist es deshalb für Leute, die gesunde Augen haben u doch „blind“ durch’s Leben stolpern.
Sie sehen nicht die schöne Natur, u machen sie blindlings kaputt,
sofern kein Geld damit zu machen ist.
Sie verhalten sich im Str-Verkehr so, als ob sie die einzigen wären,
u gefährden deshalb sich u andere.
Sie bemerken nicht, wenn andere sich zu Wort melden wollen, dass auch andere gute Ideen haben.
Sie sehen nicht, was sie anrichten, u machen deshalb einfach so weiter.
Sie stürzen sich oder andere „sehenden Auges“ ins Unglück, u denken sich nichts dabei.
Solche Menschen sind unangenehme Zeit-Genossen. Sicher kennen wir einige.
u vl waren auch wir schon einmal so ein „Blind-Gänger“.
Dann heißt es auch für uns selbst: Augen auf!
Für mich als Pfarrer unbegreifl sind Leute, die Gott nicht wahr-nehmen,
obwohl sie – äußerlich gesehen – recht fromm sind. Leute vom Typ Pharisäer.
Die kennen / u halten! - die 10 Gebote, die rel u staatl Regeln, die sind anständig, die sind fromm. .
O wenn es nur mehr solche Pharisäer gäbe, möchte ich rufen!
Doch sie kennen nicht den „Gott für uns Menschen“.
Den Gott, der selbst auf der Seite der schwachen u sündigen Menschen steht.
Sie können sich nicht über die Heilg des Blinden freuen,
weil diese an einem Sabbat geschah:
Wenn der ein Leben lang blind war, wäre es auf einen Tag mehr auch nicht angekommen,
denken sie.
J aber rechnet u be-rechnet nicht, sd er ist Heilender, Heiland, Heil. jetzt. sofort. für jeden.
nat gibt es auch die anderen:
Menschen, die zwar m Alltag, im Beruf, in ihrer Fam u in vielen anderen Bereichen
recht wohl durch-blicken. Viele sind durch-aus sozial eingestellt, was achtens-wert ist.
Aber für Gott sind sie „blind“.
Sie sehen ihn nicht, u deshalb denken sie, es gebe ihn nicht.
Sie spüren nichts v ihm, sie haben kein Gefühl für ihn,
u sie sind auch nicht leise u aufmerksam genug, um zu merken,
wie nahe er ihnen in Wirklichkeit ist.
Was können wir machen, dass sie fein-fühlig werden auch für ihn? Es sind doch oft prächtige Menschen!
Was können wir machen, dass sie hell-hörig werden / für seine Botschaft?
dass sie versuchen, etwas v ihm ergreifen u fest-zu-halten?
Denn auch ihnen ist Gott so nahe.
Er hat auch ihre Welt ins Dasein gerufen,
u nicht nur für sie, sd oft auch durch sie schafft er immer wieder Neues u Großes.
In 3 Tagen, am 25. März, 9 Monate vor W, am Fest der „Verkündigung des Herrn“, hören wir,
wie wichtig Gott / diese unsere Welt ist, u: wie wichtig wir Menschen / ihm sind.
u bald, in 3 Wochen feiern wir den Erlöser-Tod u die Auferstehung Jesu Chri.
Er lebte und litt frei-willig. Einfach aus Liebe. Für uns.
Ganz v sich aus ging J auch in unserem heutigen Ev auf unseren Blinden zu, über den seine Jünger so „klug“ daher-reden.
Gottes Güte solle an ihm offenbar werden, sagt er.
vl gilt das auch für die vielen, die heute blind oder sonst-wie v Schicksal schwer geschlagen sind.
Soll an ihnen vl durch uns, // durch uns, ihre Mit-Menschen, // durch uns Christen ganz besonders,
Gottes Güte offenbar werden?
u was ist mit denen, die blind bleiben für die Schönheit, aber auch Verletzlichkeit
der Welt, der Natur?
Was ist mit denen, die – wie die Pharisäer – gegen allen rel Anschein – in Blindheit verhärtet sind?
Was ist mit denen, die weiterhin v Gott nichts hören u nichts sehen wollen?
Ich fürchte, einigen wird nicht zu helfen sein. Beim besten Willen nicht. Selbst J konnte die ganz Sturen nicht über-zeugen.
Aber urteilen wir nicht über sie.
In der (2.) Lesg hörten wir näml: „Auch ihr wart einst Finsternis!“
Doch J gab bis zum Schluss nicht auf. Er gibt auch uns nicht auf. Er gibt wohl auch sie nicht auf.
Andere dagegen konnte er gewinnen.
Den Geheilten z.B. Der fand zum Heil, als er ihn endl erkannte.
Genau das traut Gott auch uns zu:
„Jetzt seid ihr Licht geworden. Lebt als Kinder des Lichts!“, hörten wir in der Lesg.
Wir können als Licht vom Licht Gottes
anderen den Weg zu Gott sichtbar machen,
diesen Weg des Glaubens als gangbar erweisen.
Ihnen helfen,
selbst durch-zu-blicken auf Gott hin.
Ihnen einen sinn-vollen Lebens- u Glaubens-Weg aufzeigen.
u so unser eigenes Leben
mit einem Mehr-Wert an Sinn u Glück gestalten.
Das kann manchmal ganz einfach beginnen und ausschauen.
z.B. in der Art, wie wir diese – für viele gar nicht einfache Zeit –
gestalten u nutzen.
Uns selbst u - trotz der „Abstands-Regel“ auch anderen zum Wohl. – Amen.
Fürbitten zum 4. Fasten-So A:
P: Guter Gott, Dein Sohn Jesus Christus hat einen blinden Menschen geheilt. Wir bitten dich:
Auch heute gibt es blinde Menschen. Gib ihnen gute Weg-Begleiter.
Alle: Wir bitten dich, erhöre uns!
Auch heute gibt es Menschen, die blind sind für die Schönheit u für die Verletzlichkeit der Natur.
Mache sie aufmerksam.
Auch heute gibt es Menschen, die blind sind für die Nöte der anderen. Mache sie fein-fühliger.
Auch heute gibt es Menschen, die stumm und starr sind. Ermutige sie zu mehr innerer Beweglichkeit.
Auch heute gibt es Menschen, die blind sind für den Glauben.
Schenke ihnen Mit-Christen, die ihnen die Augen öffnen für deine Frohe Botschaft.
Unser Verstorbenen aber führ aus der Finsternis des Todes in dein ewiges Licht.
P: Denn dein ist das Leben, das Licht und die Zukunft, heute und in Ewigkeit. – Amen.