Konzert mit Volker Heißmann in Kloster Banz

Kloster Banz: Ein außergewöhnlicher Abend zwischen Politik, Musik und Spiritualität hat am Montag zahlreiche Besucher nach Kloster Banz gelockt. Während hochrangige Vertreter der CSU zu ihrer Klausurtagung anreisten und für erhöhte Sicherheitsvorkehrungen sorgten, erlebten zeitgleich rund 300 Gäste in der Schlosskirche ein Konzertformat, das bewusst mit Erwartungen bricht: „Introitus Interruptus“.
Hinter dem ungewöhnlichen Titel verbirgt sich eine Konzertreihe des fränkischen Entertainers Volker Heißmann, die Musik, Humor und Glauben auf besondere Weise miteinander verbindet. Der Name ist Programm: „Introitus“ steht für Eingang, „Interruptus“ für Unterbrechung. Die Idee entstand ursprünglich im Rahmen eines Benefizkonzerts zur Finanzierung eines barrierefreien Eingangs für die St.-Paul-Kirche in Fürth, der er 30 Jahre lang dem Kirchenvorstand angehörte. Aufgrund des großen Erfolgs entwickelte sich daraus eine fortlaufende Reihe, die inzwischen in zahlreichen Gemeinden Station macht.
Am Montagabend wurde in der Schlosskirche von Kloster Banz bereits das 117. Konzert dieser Art präsentiert. Gemeinsam mit dem Pavel-Sandorf-Quartett gestaltete Heißmann einen rund 100-minütigen Abend, der zwischen heiteren Anekdoten und besinnlichen Momenten pendelte. Statt klassischer Konzertdistanz suchte der Entertainer bewusst die Nähe zum Publikum. So eröffnete er das Programm mit dem Gospel „Kumbaya, My Lord“, während er singend von hinten durch die voll besetzte Kirche schritt. Musikalisch spannte der Abend einen weiten Bogen: von geistlichen Liedern wie „Von guten Mächten“ bis hin zu Klassikern der Unterhaltungsmusik wie „My Way“ oder „When I Fall in Love“. Auch deutschsprachige Titel wie „Was wichtig ist“ von Udo Jürgens sowie die bekannte Elisabeth Musicalmelodie „Ich gehör nur mir“, fanden ihren Platz und beim schwungvollen Gospel-Medley aus dem Musical „West Side Story“ wurde kräftig mitgeklatscht.
Diese abwechslungsreiche Mischung verlieh dem Konzert eine besondere Dynamik und machte die Verbindung von Kirche und Unterhaltung unmittelbar erlebbar. Im Zentrum stand jedoch nicht allein die Musik, sondern auch Heißmanns persönliche Geschichte. Er erzählte von seiner Kindheit in Fürth, von seiner frühen Nähe zur Kirche und von ersten Bühnenerfahrungen – etwa im Krippenspiel, in dem er als Maria auftrat. Mit feinem Humor und spürbarer Ernsthaftigkeit spannte er den Bogen bis hin zu prägenden Lebensereignissen wie dem Verlust seines Vaters. So entstand ein Programm, das gleichermaßen unterhielt und zum Nachdenken anregte.
Am Ende des Konzertes erhoben sich die Besucher und es gab einen langen Applaus, bis es eine gesangliche Zugabe gab. Dass die Konzertreihe nun in Kloster Banz Station machte, war einer Initiative aus der Pfarrei zu verdanken. Pfarrvikar Markus Grasser hatte die Idee über Jahre hinweg verfolgt, bevor sie schließlich konkrete Formen annahm. Eine Begegnung in der Comödie Fürth brachte den entscheidenden Impuls: Nach einer Vorstellung suchte Grasser das Gespräch mit Heißmann, woraufhin rasch der Kontakt zum Management hergestellt wurde. Die Zusage ließ nicht lange auf sich warten und mündete nun in ein besonderes kulturelles Ereignis. So verband der Abend auf eindrucksvolle Weise unterschiedliche Welten: politische Prominenz vor den Toren, künstlerische Vielfalt im Kirchenraum und ein Publikum, das offen für neue Zugänge zu Glauben und Gemeinschaft war. „Introitus Interruptus“ zeigte dabei, dass Humor und Spiritualität keine Gegensätze sein müssen, sondern sich zu einem ebenso ungewöhnlichen wie berührenden Erlebnis verbinden lassen.