Kreuze auf dem Weg-ein etwas anderer Kreuzweg

Kreuze auf Kommunionkerzen.. Die Kommunionkerze, eine Kerze die in „normalen“ Jahren in den nächsten Tagen und Wochen in Gottesdiensten angezündet worden wären. In diesem Jahr..(noch).nicht. Die Erstkommunionfeiern fallen nicht aus, sie wurden verschoben. Aber die Kinder müssen nun noch ein bisschen länger darauf warten. Warten, warten ist etwas, was auch uns Erwachsenen nicht leicht fällt, warten ist mit Ungeduld, mit Langeweile verbunden. Wenn wir warten müssen, dann kann die Zeit sich ziehen wie ein Kaugummi, sie scheint einfach nicht zu vergehen. Gerade in unserer Zeit, in der wir gewohnt sind alles möglichst schnell zu bekommen, ist das Warten noch schwieriger geworden.
Kinder die nun noch nicht Erstkommunion feiern können sind sicherlich enttäuscht und vielleicht auch wütend, ich zumindest wäre es. Ich wäre sauer, richtig sauer, auf wen? Nun wahrscheinlich wäre ich auf dieses Coronavirus, auf die Welt, auf Gott, auf die Kirche und sowieso auf alle sauer. Für Kinder ist die Situation, wie wir sie im Moment haben vor allen eines: unfair, ungerecht und nur schwer zu verstehen. Aber auch für die Eltern ist es nicht einfach, zwar verstehen sie die Umstände ,aber auch sie haben geplant, sich vorbereitet, Einladungen geschrieben und all die anderen kleinen Dinge bereits organisiert, die für eine gelungene Feier wichtig sind. Auch für sie ist diese Situation neu, wie sie für uns alle neu ist. Denn dieses mal können sie ihren Kindern die aktuelle Lage nicht aus eigener Erfahrung erklären, sie können nicht auf bereits bewährtes zurück greifen. Sie müssen warten und die Fragen die uns beim Warten kommen sind vielleicht die gleichen wie die der Kinder: Wie lange, wann geht es weiter, wie wird es nach der Krise sein …?
Wir können diese Fragen nicht beantworten ,nicht den Kindern und uns selbst auch nicht, aber vielleicht hilft uns ein Gebet gegen die Unsicherheit, ein Gebet bei dem man auch eine Kerzen anzünden kann, wenn schon nicht die Kommunionkerze, dann vielleicht eine die man mit seinen Kindern gebastelt hat:
Gott, zu dir rufe ich am frühen Morgen, hilf mir beten und meine Gedanken sammeln;ich kann es nicht allein. In mir ist es finster, aber bei dir ist Licht, ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht, ich bin kleinmütig, aber bei dir ist Frieden, in mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist die Geduld, ich verstehe deine Wege nicht, aber du weißt den rechten Weg für mich. Dietrich Bonhoeffer