Motorrad-Gottesdienst in Stublang


Der Klang aufheulender Motoren, strahlender Sonnenschein und die Kulisse des Lautergrunds: Mit dem traditionellen Bikergottesdienst fiel am Sonntag, 26. April, in Stublang der offizielle Startschuss in die Motorradsaison. Rund 150 Motorräder und weit über 250 Biker, Beifahrer und Freunde des motorisierten Zweirads verwandelten den Wanderparkplatz erneut in einen lebendigen Treffpunkt für Motorradfahrer aus der gesamten Region. Die Veranstaltung hat sich längst als fester Termin in der Motorradszene etabliert – weit über den Landkreis Lichtenfels hinaus. Bereits Stunden vor Beginn herrschte reges Treiben auf dem idyllisch von Bäumen und Büschen umrahmten Gelände. Nach rund zwei Jahren war der Wanderparkplatz rechtzeitig zum Saisonauftakt von aufgeschüttetem Erdreich befreit und frisch geschottert worden – beste Voraussetzungen für einen gelungenen Start.
Früh eintreffende Biker nutzten die entspannte Atmosphäre ebenso wie Spaziergänger und Wanderer, die bei Gesprächen und regionalen Angeboten verweilten. Ein Blick auf die Kennzeichen zeigte schnell: Die meisten Teilnehmer kamen aus dem Landkreis Lichtenfels. Doch auch zahlreiche Motorradfreunde aus den benachbarten Landkreisen nutzten die Gelegenheit, ihre Saison mit Gottes Segen zu beginnen. Gemeinsam mit Pfarrerin Anja Bautz und Pastoralreferentin Susanne Lindner baten sie um Schutz und eine unfallfreie Fahrt in den kommenden Monaten. Ein besonderer Moment war das traditionelle „Halleluja der Motoren“: Auf ein gemeinsames Zeichen hin ließen die Biker ihre Maschinen aufheulen und stimmten lautstark in das musikalische Halleluja ein. Als Mann der ersten Stunde war auch Josef Ellner wieder mit dabei. In den Anfangsjahren hatte er gemeinsam mit dem evangelischen Pfarrer Helmuth Bautz den ökumenischen Gottesdienst gestaltet. Später nahm er als Motorradfahrer teil, in diesem Jahr unterstützte er als Platzeinweiser. „Es freut mich, dass diese Veranstaltung so viel Anklang findet. Der Gottesdienst in Stublang ist in der Motorradszene längst ein Begriff“, sagte Ellner. Dass sich der Open-Air-Gottesdienst so positiv entwickelt hat, sei anfangs kaum abzusehen gewesen.
In ihrer Predigt griff Pastoralreferentin Susanne Lindner Bilder aus der Welt des Motorradfahrens auf. Wie ein Scheinwerfer den Weg durch dunkle Kurven erhellt, brauche auch das Leben Orientierung und Licht. Niemand wisse, was der nächste Tag bringe. Halt fänden Menschen in Familie, Freundschaften, Erfahrungen und Vorbildern. Auch Umwege und Pausen gehörten dazu, um neue Kraft zu schöpfen. Mit den Worten Jesu „Stellt euer Licht nicht unter den Scheffel“ erinnerte Lindner daran, dass jeder Mensch Talente, Erfahrungen und Geschichten in sich trage, die anderen Orientierung geben können. Gerade Motorradfahrer wüssten, wie wichtig Rücksicht, Zusammenhalt und Gemeinschaft seien. Ebenso aktuell sei das Bild vom „Salz der Erde“. Salz gebe Würze und sorge für Bodenhaftung – Eigenschaften, die auch im Alltag unverzichtbar seien. Gemeinsame Touren, Gespräche und das Miteinander in der Gemeinschaft bereicherten das Leben. Wer diese Freude teile, schenke anderen Mut, Zuversicht und Lebensfreude.
Im Anschluss gingen Pfarrerin Anja Bautz und Pastoralreferentin Susanne Lindner durch die Reihen der Motorräder und spendeten Fahrern, Beifahrern und Maschinen den Segen. Zahlreiche Ehrenamtliche der Gemeinschaft der Motorradfreunde Stublang/Bad Staffelstein sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Für das leibliche Wohl war mit regionalen Köstlichkeiten und Getränken bestens gesorgt. Der Erlös des Tages kommt in diesem Jahr der Elterninitiative krebskranker Kinder Erlangen e.V. zugute.


