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Motorrad-Gottesdienst in Stublang

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Datum:
Veröffentlicht: 24.5.22
Von:
Matthias Beck

Wenn anstelle von Orgeltönen glühende Motoren zu hören sind, kein Gebetbuch, sondern fest den Gasgriff in der Hand, Gottesdienstbesucher nicht in der Sonntagskleidung sondern in Lederkluft erscheinen und die Kollekte nicht im Klingelbeutel sondern im Helm landet – dann ist wieder Motorradgottesdienst in Stublang. Auf dem idyllischen, von Büschen und Bäumen eingerahmten Wanderparkplatz außerhalb von Stublang kamen vergangen Sonntag trotz des Wetter immerhin rund 30 Motorräder, viele begeisterte Motorradfreunde kamen auch mit ihrem PKW vorbei. LIF- und STE-Kennzeichen waren vertreten, doch auch Begeisterte aus angrenzenden Landkreisen machten sich auf den Weg, um eine unfallfreie Zeit zu erbitten. Nach der zwangsläufigen Corona-Pause war es wieder einmal soweit – nur das Wetter spielte diesmal nicht so richtig mit. Die Regenschauer bis in die Mittagsstunden vergraulte den ein oder anderen der gerne gekommen wäre. Dabei hatte sich die Gemeinschaft der Motorradfreunde Stublang / Bad Staffelstein bestens auf das Wetter vorbereitet und so gab es in diesem Jahr erstmals einen Motorradgottesdienst im Zelt. Vor dem Altar war eine Yamaha MT-07 abgestellt. Doch das war nicht das einzig Neue, denn mit der Pfarrerin Anja Bautz und Pastoralreferentin Susanne Linder, beide von der ökumenischen Kur- und Urlauberseelsorge Bad Staffelstein, standen auch zwei neue Gesichter hinter dem Altar. Beide haben die Nachfolge vom Helmuth Bautz und Matthias Beck beziehungsweise Josef Ellner angetreten. „Wir beide sind keine Motorradfahrerinnen. Ich hoffe, ihr seht es uns nach. Einen kleinen Einblick in das Motorradfahrer Herz habe ich aber immerhin einige Jahre lang als Bedienung bei der Kathi gewinnen dürfen, ganz fremd seit ihr mir nicht. Oft genug hab ich ich Spezi und Käsekuchen, Leichtbier und Currywurst oder andere Fahrer-freundliche Bestellungen an die Tische gebracht habe und so manchen Bikerstammtisch zugehört. Wenn man dann die Gesichter immer wieder sieht, da merkt man, hier sind Leute gemeinsam unterwegs die sich aufeinander freuen“, erzählte Susanne Lindner zu Beginn. Zum „Halleluja der Motoren“ störte den Bikern das Wetter nicht und so gingen sie ins Freie und schmissen ihre Motoren an, um mit dem rechten Handgriff lautstark ins „Halleluja“ einzustimmen. „Es gibt eine Sache, die ich einfach glauben muss, obwohl ich es selbst noch nicht erlebt habe“, so Susanne Lindner in ihrer Ansprache. Das Gefühl von Freiheit auf dem Motorrad. „Wenn mir Biker davon erzählen, wie es ist Motorrad zu fahren, schaue ich meistens in leuchtende Augen und spüre fast schon selbst den Fahrtwind im Gesicht. Sich in Bewegung setzten, eine Zeit lang hinter sich lassen, schnell voran kommen, unterwegs neue Orte und Menschen kennenlernen, mit den Kumpels Brotzeit machen, einfach frei sein“, fügte die Pastoralreferentin an. Wer wünscht sich das nicht? Mit einem Motorrad scheint das noch leichter zu sein als ohne. Diese Freiheit und dieses Lebensgefühl gibt es natürlich nicht ohne Risiko. Eine Kurve zu schnell genommen und danach ist schnell alles anders. Freiheit und Leben brauchen Schutz. Es braucht einen Helm, Schutzkleidung, Rücksicht auf andere. Das merken wir auch mit Blick auf die gesellschaftliche Lage. Gedanken, Leib und Leben brauchen Schutz. „Als Motorradfahrer seid ihr gute Beispiele. Ihr genießt das Schöne und die Freiheit, die das Leben zu bieten hat, wisst dabei aber auch um ihre Zerbrechlichkeit. Und wenn wir heute hier Gottesdienst feiern und es uns gut gehen lassen, erinnern wir uns daran“, so die Pastoralreferentin zum Schluss. Die anschließende Segnung ist zwar kein Allheilmittel, aber viel mehr als nur ein paar Tropfen auf dem Lack. Von Suzuki über BMW und Honda bis hin zur Kawasaki durfte sich über den Segen für den Start in die neue Saison freuen. Für Rhythmus und Gesang während der Veranstaltung sorgte die Kultband Braazzz“ aus Kulmbach. Den Erlös, der in diesem Jahr erwirtschaftet wird, spenden die Motorradfreunde Stublang/Bad Staffelstein in diesem Jahr an Ukraine Kriegsflüchtlinge in der Region. Hierfür kommt auch die Kollekte zugute, stilecht mit Helmen als Klingelbeutel eingesammelt. Marko Brosemann aus Uetzing schilderte die Situation der Kriegsflüchtlinge vor Ort und wofür Spendengelder verwendet werden.

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