Orgel triff Gitarre - Konzert in Kleukhein

Ein besonderer musikalische Abend erwartete am späten Sonntagnachmittag die Besucher in der nur spärlich beleuchteten, bis auf den letzten Platz gefüllten Pfarrkirche St. Wolfgang in Kleukheim. Anlässlich des 400-jährigen Bestehens der Pfarrei wurde zu einem außergewöhnlichen Konzert – bei freiem Eintritt eingeladen. Bereits beim Betreten der Kirche war die besondere Atmosphäre spürbar, die den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis machte.
Von der Empore aus gestaltete die Orgel sowie die Gitarrengruppe gemeinsam das Programm. Dabei trafen zwei scheinbar gegensätzliche Klangwelten aufeinander: die Orgel, oft als „Königin der Kirchenmusik“ bezeichnet, und die Gitarre, bekannt als „Königin der Lagerfeuer“. Was zunächst ungewöhnlich klingt, erwies sich schnell als harmonisches Zusammenspiel. Die Kombination überzeugte durch Klangfülle, Gefühl und Vielfalt.
„Wir haben für euch ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Lasst die Musik einfach auf euch wirken und genießt den Moment“, begrüßte Moderatorin Sabine Kotschenreuther die Zuhörer zu Beginn des Abends. An der Orgel spielte Isabel Voll, während Claudi Kaufmann-Tischler, Conny Süppel, Christine Töfflinger, Perpetua Krauß und Sabine Kotschenreuther mit Gitarren und Gesang überzeugten.
Der Abend wurde feierlich auf der Orgel mit der Fanfare „The King Rides In“ eröffnet. Das Werk zeichnet sich durch einen klar strukturierten Satzbau aus, der von kraftvollen Akkorden und prägnanten rhythmischen Motiven geprägt ist. Die festliche Klangsprache unterstrich den einziehenden, königlichen Charakter der Musik und sorgt für einen eindrucksvollen Auftakt.
Danach spannte das Programm einen weiten musikalischen Bogen: „Seasons in the Sun“, ein nostalgischer Klassiker über Freundschaft und Abschied, leitete den Abend ein. Mit „Baum des Lebens“ folgte ein gefühlvolles Lied über Hoffnung und Glauben, während „Jeder Mensch braucht einen Engel“ die Sehnsucht nach Schutz und Begleitung thematisierte. Mit „Hymn“ erklang ein ruhiges, spirituelles Stück, bevor „Viva la Vida“ mit seiner kraftvollen Melodie für einen modernen Akzent sorgte. „Nessaja“, bekannt aus dem Musical „Tabaluga“, erinnerte an die Bedeutung, sich die kindliche Fantasie zu bewahren. Das zarte „Butterfly“ brachte eine ruhige Stimmung in die Kirche, während „Will the Circle Be Unbroken“ traditionelle Klänge aufgriff und Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellte. Italienisches Lebensgefühl verbreitete „Sarà perché ti amo“, bevor mit „Maybe“ ein nachdenklicher Ton angeschlagen wurde. Ein Höhepunkt war „We Are the World“, das eindrucksvoll den Gedanken von Zusammenhalt und Menschlichkeit vermittelte. Mit „Ein bisschen Frieden“ wurde ein zeitloser Wunsch nach Harmonie musikalisch aufgegriffen. „Solang man Träume noch leben kann“ rundete das Programm mit einer Botschaft voller Hoffnung ab.
Als Zugabe erklang zunächst „Freude schöner Götterfunken“ eindrucksvoll auf der Orgel, gefolgt von „Amazing Grace“, bei dem Orgel und Gitarren noch einmal gemeinsam ihre klangliche Stärke zeigten.
Pfarrer i. R. Udo Zettelmaier würdigte in seinen Worten das gelungene Miteinander von Orgel, Gitarrengruppe sowie der örtlichen Blaskapelle im Ort. Gleichzeitig erinnerte er an kommende Veranstaltungen, darunter mit dem Chor „Gedankensprung“ am 7. November sowie den Festgottesdienst zum Abschluss des Jubiläumsjahres am 8. November. Mit einem Gebet und dem Segen beschloss er den Abend.
Im Anschluss waren die Besucher in den Pfarrsaal eingeladen, wo für das leibliche Wohl gesorgt war. Der Erlös des Konzerts kommt dem Unterhalt des Pfarrsaals zugute – ein gelungener Abend, der Musik, Gemeinschaft und Engagement eindrucksvoll miteinander verband.