Rosenkranzfest in Kloster Banz

Mit einem feierlichen Gottesdienst wurde am vergangenen Sonntag in der Stiftskirche von Kloster Banz das traditionelle Rosenkranzfest begangen. Das Fest, das bereits in der Benediktinerzeit als einer der Höhepunkte des Kirchenjahres galt, zog zahlreiche Gläubige an und wurde in würdigem Rahmen gefeiert.
Pfarrvikar Markus Grasser begrüßte die Besucher zu Beginn herzlich und zeigte sich besonders erfreut darüber, dass Pfarrvikar Dominik Stehl aus dem Seelsorgebereich Steigerwald als Hauptzelebrant gewonnen werden konnte. Für die musikalische Gestaltung sorgte Christiane Dicker aus Zilgendorf, die den Gottesdienst von der Barockorgel aus mit Gesang und Spiel festlich umrahmte.
In seiner Predigt widmete sich Stehl der Bedeutung des Rosenkranzes. „Ich muss Ihnen sicherlich nicht erklären, was ein Rosenkranz ist und wie man ihn benutzt“, sagte er eingangs. Äußerlich erscheine er wie eine Kette – „Perle an Perle, Ave Maria an Ave Maria“. Für manche könne diese Form zunächst einengend wirken. „Doch sie soll uns nicht fesseln, sondern halten“, betonte der Geistliche.
Stehl griff dabei Erfahrungen aus dem Alltag auf: Es gebe Zeiten, in denen das Leben in geordneten Bahnen verlaufe, aber auch Momente, in denen alles ins Wanken gerate – etwa durch Krankheit, Abschied oder Sorgen um einen nahestehenden Menschen. „Dann stellt sich plötzlich die Frage: Wie soll es weitergehen?“ Auch Maria stehe im Evangelium vor einer solchen Situation. Sie erhalte keine fertigen Antworten, sondern frage selbst: „Wie soll das geschehen?“ Und dennoch vertraue sie am Ende mit den Worten: „Mir geschehe, wie du es gesagt hast.“
Dieses Vertrauen sei keine naive Frömmigkeit, so Stehl, sondern Ausdruck einer tiefen Glaubenshaltung. Genau darin liege die Kraft des Rosenkranzgebetes: nicht alles verstehen oder kontrollieren zu müssen und dennoch auf Gott zu vertrauen. Beim Beten des Rosenkranzes stehe stets Jesus im Mittelpunkt – „… und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes: Jesus“. Perle für Perle richte sich der Blick auf ihn, in hellen wie in dunklen Zeiten. Der Rosenkranz nehme zwar nicht die Lasten des Lebens, helfe aber, den Blick auf das Wesentliche nicht zu verlieren.
„Manchmal bete ich den Rosenkranz – und manchmal hält der Rosenkranz mich“, fasste Stehl zusammen. Maria begleite die Gläubigen dabei, wie schon die Apostel nach der Himmelfahrt, und führe immer wieder zu Christus zurück. Am Ende des festlichen Gottesdienstes dankte Markus Grasser im Namen der Pfarrei Banz dem Hauptzelebranten für seinen Besuch.
Am Nachmittag waren die Gläubigen zudem zu einer feierlichen Rosenkranzandacht eingeladen, die von Pfarrvikar Grasser gehalten wurde. Die Singgruppe Altenbanz/Banz unter der Leitung von Yvonne Spindler gestaltete diese Andacht musikalisch und trug so zu einem würdigen Abschluss des Festtages bei.