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Uetzinger Wallfahrt aus Gößweinstein

Wallfahrt von Uetzing nach Gößweinstein
Datum:
Veröffentlicht: 2.6.26
Von:
Gerd Klemenz
86 Gläubige aus der Pfarrei St. Johannes der Täufer in Uetzing waren heuer bei der Wallfahrt nach Gößweinstein dabei.
Wallfahrt von Uetzing nach Gößweinstein

Schon Viktor von Scheffel beschrieb im berühmten Frankenlied eindrucksvoll: „Wallfahrer ziehen durch das Tal mit fliegenden Standarten.“ Dieses eindrucksvolle Bild wurde auch in diesem Jahr wieder lebendig. Rund um den Dreifaltigkeitssonntag machten sich 86 Gläubige der Pfarrei St. Johannes der Täufer aus Uetzing auf den Weg zur Wallfahrtsbasilika Gößweinstein in der Fränkischen Schweiz – einem Ort des Glaubens, der Gemeinschaft und der inneren Einkehr.

120 Kilometer in vier Tagen

Die viertägige Pilgerreise umfasste insgesamt etwa 120 Kilometer und verlangte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einiges ab. Vor allem das wechselhafte Wetter mit hohen Temperaturen und zwischenzeitlichen Regenschauern stellte eine besondere Herausforderung dar. Dennoch ließen sich die Wallfahrer weder von Hitze noch von Nässe oder körperlicher Anstrengung aufhalten. Mit Gebet, Gesang und großer Disziplin meisterten sie die einzelnen Etappen ihres Weges.

Die Strapazen des steilen Anstiegs zahlen sich am Ende aus

Der Start erfolgte am Freitagmittag in Uetzing unter dem feierlichen Klang der Kirchenglocken. Bereits am Samstag erreichten die Pilger ihr Ziel. Eine der größten Herausforderungen war der steile Anstieg von der Behringermühle hinauf nach Gößweinstein. Knapp 20 Prozent Steigung verlangte dieser Abschnitt den Wallfahrern die letzten Kräfte ab. Im Gänsemarsch kämpften sie sich Schritt für Schritt bergauf – ein Moment, der gleichermaßen von körperlicher Anstrengung wie von großer Entschlossenheit geprägt war. Oben angekommen, formierten sich die Pilger zu einem geordneten Zug, um gemeinsam in die Basilika einzuziehen. „Es ist die Freude und die Überwältigung, es wieder geschafft zu haben, gepaart mit einer gewissen Erschöpfung“, berichten langjährige Teilnehmer. Nicht selten fließen dabei auch Tränen der Rührung. Der Moment vereint Dankbarkeit, Stolz und spirituelle Erfüllung – ein Ziel, für das sich jeder einzelne Schritt gelohnt hat.

Ehrung langjähriger Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Wetterbedingt wurde am Nachmittag der Kreuzweg in die Klosterkapelle verlegt. Am Dreifaltigkeitssonntag wurde in Gößweinstein das Hochfest begangen. Für die Pilger aus Uetzing begann der Tag bereits früh: Um 7 Uhr versammelten sie sich zum Wallfahrtsamt, bei dem auch langjährige Teilnehmer geehrt wurden. Für 25 Jahre wurde Horst Werner aus Bischwind ausgezeichnet. Bereits 30-mal nahmen Stephanie Eberth aus Kleukheim und Kerstin Bauernschmitt aus Uetzing teil. Auf 35 Jahre blickt Tanja Landvogt aus Kleukheim zurück, während Johann Bauernschmitt aus Uetzing der Wallfahrtsgemeinschaft seit beeindruckenden 50 Jahren angehört.

„Was einst mit einer Kanne Bier begann, hat sich inzwischen zu einer festen Tradition entwickelt“

Um 9.45 Uhr traten die Pilger schließlich den Rückweg an. Am frühen Montagmorgen führte die Route über Stadelhofen zurück in die Heimatpfarrei. Hierbei zog Wallfahrtsführer Wolfgang Herold Resümee und lobte dabei die gute Disziplin, Ordnung und Pünktlichkeit. Sein besonderer Dank galt den Musikern, den Vorbetern, den Bild- und Fahnenträgern, den Trägern des Lautsprechers sowie den Verkehrsreglern. Die beiden Begleitfahrzeuge stellten Diana Tischer und Andreas Ultsch zur Verfügung. Am „Schlockenstein“ wurden die Pilger von der Familie Reinhardt aus Uetzing mit erfrischenden Getränken versorgt – eine willkommene Stärkung bei den sommerlichen Temperaturen. „Was einst mit einer Kanne Bier begann, hat sich inzwischen zu einer festen Tradition entwickelt“, berichtete Anton Reinhardt. In Serkendorf wurden die Wallfahrer schließlich herzlich von ihren Angehörigen empfangen. Umarmungen und Blumen zeugten von Freude und Wiedersehen. Nach einem kurzen Gebet an der Marienkapelle setzte sich der Zug erneut in Bewegung. Unter dem Klang der Kirchenglocken kehrten die Pilger schließlich feierlich nach Uetzing zurück, wo die Wallfahrt ihren würdigen Abschluss fand. Der Dankgottesdienst findet am 13. Juni um 19 Uhr statt.

Wallfahrt von Uetzing nach Gößweinstein
Wallfahrt von Uetzing nach Gößweinstein
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Wallfahrt von Uetzing nach Gößweinstein
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